112 oder Notrufknopf: Wann wählt man was im Notfall?

Wann ist die 112 richtig, wann der mobile Notrufknopf? Klare Regeln für den Ernstfall – und wie sich Familie und Vertrauenspersonen gemeinsam darauf vorbereiten.

Bei Lebensgefahr wählen Sie die 112: Die europaweit einheitliche Notrufnummer verbindet mit einer Notrufleitstelle, die Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei alarmieren kann. Ein mobiler Notrufknopf wie NOA ist für Situationen gedacht, in denen jemand Unterstützung braucht und Vertrauenspersonen per Knopfdruck erreichen möchte. Das NOA-Gerät kann keinen Notruf 112 absetzen, sondern alarmiert Vertrauenspersonen und beim NOA Mini, wenn eingeschaltet, eine 24/7-Notrufzentrale.

Was ist die Notrufnummer 112?

Die 112 ist die einheitliche europäische Notrufnummer: In allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist sie kostenlos erreichbar, auch vom Mobiltelefon, und führt zu einer Notrufleitstelle. Die Leitstelle kann Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei alarmieren.

In vielen Ländern gibt es neben der 112 weitere nationale Notrufnummern. Die 112 funktioniert in den Ländern der Europäischen Union zusätzlich zu diesen Nummern und ist auch in vielen weiteren europäischen Ländern erreichbar. Wer sich nur eine einzige Notrufnummer für ganz Europa merken möchte, merkt sich die 112.

Bei einem Anruf unter der 112 fragt die Leitstelle in der Regel zuerst, wo der Notfall ist und was passiert ist. Hilfreich ist es deshalb, die eigene Adresse ruhig und vollständig nennen zu können und am Telefon zu bleiben, bis die Leitstelle das Gespräch beendet.

Was ist ein mobiler Notrufknopf – und was nicht?

Ein mobiler Notrufknopf ist ein kleines tragbares Gerät, das auf Knopfdruck vorher festgelegte Personen alarmiert und dabei den Standort übermittelt. Ein mobiler Notrufknopf ist keine öffentliche Notrufleitstelle und ersetzt die 112 nicht.

Der NOA Mini benachrichtigt auf Knopfdruck die festgelegten Vertrauenspersonen und, wenn eingeschaltet, eine private 24/7-Notrufzentrale. Der NOA Mini übermittelt den Gerätestandort und ermöglicht ein Gespräch über das Gerät (Stand 2026).

Das NOA-Gerät kann keinen Notruf 112 absetzen. Die Vertrauenspersonen oder die 24/7-Notrufzentrale können nach einem Alarm den Rettungsdienst rufen, wenn die Lage es erfordert.

Wann ist die 112 die richtige Wahl?

Die 112 ist die richtige Wahl, sobald Lebensgefahr bestehen könnte oder eine schwere Verletzung möglich ist. In solchen Situationen zählt, dass die Notrufleitstelle ohne Umweg informiert wird. Wenn die betroffene Person selbst nicht telefonieren kann, sollte eine anwesende Person die 112 wählen.

Typische Situationen für die 112 sind zum Beispiel:

  • Eine Person ist bewusstlos oder reagiert nicht mehr richtig auf Ansprache.
  • Eine Person hat starke Atemnot oder plötzlich starke Schmerzen in der Brust.
  • Bei einer Person treten plötzlich Lähmungen, Sprachstörungen oder ein hängender Mundwinkel auf.
  • Nach einem Sturz hat eine Person starke Schmerzen, blutet stark oder kann sich nicht bewegen.
  • In der Wohnung brennt es, oder es riecht deutlich nach Gas oder Rauch.

Wer unsicher ist, ob eine Situation lebensbedrohlich ist, wählt im Zweifel die 112. Die Notrufleitstelle entscheidet dann gemeinsam mit dem Anrufer, welche Hilfe nötig ist.

Wann hilft der mobile Notrufknopf weiter?

Der mobile Notrufknopf hilft weiter, wenn jemand Unterstützung braucht, das Telefon aber nicht erreicht oder zuerst eine vertraute Person informieren möchte. Typisch sind Situationen ohne erkennbare Lebensgefahr, in denen es trotzdem wichtig ist, dass schnell jemand Bescheid weiß.

Beispiele für solche Situationen sind:

  • Eine Person ist gestürzt, ist ansprechbar und unverletzt, kommt aber allein nicht wieder hoch.
  • Eine Person fühlt sich unterwegs unsicher und möchte, dass die Angehörigen wissen, wo sie gerade ist.
  • Eine Person braucht Hilfe im Haushalt, erreicht das Telefon aber nicht.
  • Eine Person bemerkt etwas Ungewöhnliches in der Wohnung und möchte mit einer Vertrauensperson sprechen.

Beim NOA Mini ruft das Gerät nach dem Knopfdruck die hinterlegten Vertrauenspersonen nacheinander an und sendet den GPS-Standort an die Nachrichtenempfänger. Ist der Sicherheitsnotruf eingeschaltet und nimmt vorher niemand ab, ruft NOA die 24/7-Notrufzentrale an. Die Notrufzentrale spricht mit der Person und veranlasst bei Bedarf Hilfe.

Was tun, wenn unklar ist, wie ernst die Lage ist?

Wenn unklar ist, wie ernst eine Lage ist, hat die 112 Vorrang, sofern Lebensgefahr nicht ausgeschlossen werden kann. Der mobile Notrufknopf ergänzt die 112, indem er die Familie und die Vertrauenspersonen informiert. Die beiden Wege schließen sich nicht aus.

Ein bewährter Ablauf für unklare Situationen sieht so aus:

  1. Kann Lebensgefahr nicht ausgeschlossen werden, wählt die betroffene Person oder eine anwesende Person zuerst die 112.
  2. Kann die betroffene Person nicht selbst telefonieren, drückt sie den Notrufknopf, damit die Vertrauenspersonen alarmiert werden und den Rettungsdienst rufen können.
  3. Sobald die Lage es erlaubt, werden die Angehörigen informiert, damit jemand nach der betroffenen Person sehen oder sie ins Krankenhaus begleiten kann.

Für die Angehörigen ist ein Alarm über den mobilen Notrufknopf ein Signal zum Handeln. Wirkt die Lage am Telefon lebensbedrohlich, rufen die Angehörigen selbst die 112 und nennen dabei den übermittelten Standort.

Wie bereiten sich Familie und Vertrauenspersonen vor?

Familie und Vertrauenspersonen bereiten sich am besten vor, indem sie die Regeln für den Ernstfall vorher gemeinsam festlegen. Ein mobiler Notrufknopf funktioniert nur so gut wie die Menschen, die bei einem Alarm erreichbar sind und wissen, was zu tun ist.

Diese Punkte sollten Familie und Vertrauenspersonen gemeinsam klären:

  • Alle Beteiligten besprechen, in welchen Situationen die 112 gewählt wird und in welchen der Notrufknopf.
  • Die Vertrauenspersonen wissen, dass sie bei einem Alarm selbst die 112 rufen, wenn die Lage lebensbedrohlich wirkt.
  • Die Vertrauenspersonen schalten die Mailbox für Anrufe von NOA aus, weil beim NOA Mini ein Anruf als angenommen gilt und die Anrufkette endet, sobald eine Mailbox anspringt.
  • Der mobile Notrufknopf wird regelmäßig geladen, weil ohne geladenen Akku und ohne Mobilfunkempfang kein Alarm übermittelt werden kann.
  • Wichtige Angaben wie Medikamentenliste und Kontaktdaten liegen griffbereit, zum Beispiel in einer Notfallmappe.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet im NOA-Magazin weitere Ratgeber zu den Themen Notfallkontakte richtig einrichten, Notfallmappe für Senioren und zum Ablauf, wenn der Notrufknopf gedrückt wird.

Häufige Fragen

Kann ich mit dem NOA-Gerät die 112 anrufen?

Nein. Das NOA-Gerät kann keinen Notruf 112 absetzen. NOA alarmiert die Vertrauenspersonen und beim NOA Mini, wenn eingeschaltet, die 24/7-Notrufzentrale; die Vertrauenspersonen oder die Notrufzentrale können den Rettungsdienst rufen. Bei Lebensgefahr sollte die betroffene Person, wenn möglich, selbst die 112 wählen oder eine anwesende Person darum bitten.

Ist die 24/7-Notrufzentrale dasselbe wie die 112?

Nein. Die 24/7-Notrufzentrale beim NOA Mini ist eine private Notrufzentrale und keine öffentliche Notrufleitstelle. Die Notrufzentrale wird nur angerufen, wenn der Sicherheitsnotruf für das Gerät eingeschaltet ist und vorher niemand aus dem Kreis der Vertrauenspersonen abnimmt. Die Notrufzentrale spricht dann mit der Person und veranlasst bei Bedarf Hilfe.

Funktioniert die 112 auch im Urlaub im Ausland?

Ja. Innerhalb der Europäischen Union ist die 112 in jedem Mitgliedstaat kostenlos erreichbar, auch vom Mobiltelefon. In vielen weiteren europäischen Ländern ist die 112 ebenfalls erreichbar. Wer verreist, merkt sich die 112 als gemeinsame europäische Notrufnummer und sieht vor der Reise zusätzlich nach, welche nationalen Notrufnummern im Reiseland gelten.

Lohnt sich ein Notrufknopf, wenn man auch die 112 wählen kann?

Die 112 und ein mobiler Notrufknopf erfüllen verschiedene Aufgaben. Die 112 ist für lebensbedrohliche Notfälle da und setzt voraus, dass jemand telefonieren kann. Ein mobiler Notrufknopf wie NOA hilft in Situationen, in denen das Telefon außer Reichweite ist oder zuerst die Familie Bescheid wissen soll, und übermittelt dabei den Standort.

NOA ist kein Medizinprodukt und ersetzt weder den Notruf 112 noch ärztliche, pflegerische oder rettungsdienstliche Versorgung. Bei Lebensgefahr wählen Sie, wenn möglich, selbst die 112.
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NOA alarmiert im Notfall per Knopfdruck Ihre Vertrauenspersonen und schickt den Gerätestandort mit. Kein Smartphone nötig. NOA ist noch nicht erhältlich. Voraussichtlich ab dem 01.01.2027 erhältlich.

  • Kein Smartphone nötig
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NOA ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine medizinische oder pflegerische Versorgung. Das NOA-Gerät kann keinen Notruf 112 absetzen. Bei Lebensgefahr wählen Sie, wenn möglich, selbst die 112.